Der Bundestag hat gestern das BKA-Gesetz beschlossen. Auf der Seite des Bundestages ist in einer Liste einsehbar, welche Abgeordneten dafür bzw. dagegen gestimmt
haben.
Dafür stimmten alle CDU/CSU-Abgeordneten (soweit anwesend). Bei der SPD stimmten 20 Abgeordnete dagegen, 6 enthielten
sich. Von der Opposition stimmten alle Abgeordneten dagegen (wer wissen möchte, wie der "eigene" Wahlkreisabgeordnete
abgestimmt hat, kann das auf abgeordnetenwatch.de nachschauen). Von "zahlreichen Abweichlern" zu
sprechen, wie es das Unabhängige Datenschutzzentrum (ULD) tut, halte ich da leider für Schönfärberei.
Netzpolitik.org
hat viele Stimmen zum Gesetz gesammelt.
Somit ist die nächste Station, die das Gesetz passieren muss, der Bundesrat. Die bayerische FDP hat mittlerweile
angekündigt, dass sie (wenig verwunderlich) das Gesetz nicht unterstützen wird, was bedeutet, dass die Mehrheit für
das Gesetz auf wackligen Füßen steht. Die von CDU/CSU und SPD allein bzw. gemeinsam regierten Bundesländer haben
genau die erforderliche Stimmenmehrheit. Sollte eines der SPD-regierten Bundesländer die Zustimmung verweigern, wäre
das Gesetz erst einmal gescheitert - zugegeben, kein Szenario auf das man allzu große Hoffnungen setzen sollte.
Auch wenn es in der Diskussion meist nur um die Online-Durchsuchung ging, birgt das Gesetz noch weitere Erweiterungen
der Kompetenzen des BKAs und Änderungen. Mehr hierzu im Datenschutz-Blog.
Donnerstag, 13. November 2008
BKA-Gesetz im Bundestag beschlossen
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Ganz kurz: Bespitzelte Telekom auch Post-Aufsichtsrat?
Auf Welt Online findet sich eine kurze Meldung, dass die Telekom auch den ehemaligen Vize-Aufsichtsratchef der
Post Rolf Büttner bespitzelt haben soll. Rolf Büttner ist auch Mitglied des Verdi-Bundesvorstands, nach den bekannt
gewordenen Bespitzelungen des Telekom-Betriebsrat eine weitere Person, die nicht in die bisherige Erklärungslinie der
Telekom passt, es sei nur bespitzelt worden, um die Geheimnisweitergabe an Journalisten aufzuklären und zu
unterbinden.
Da die Staatsanwaltschaft Bonn heute offiziell die Betroffenen informieren will, könnte im Laufe des Tages mehr bekannt werden.
Da die Staatsanwaltschaft Bonn heute offiziell die Betroffenen informieren will, könnte im Laufe des Tages mehr bekannt werden.
Mittwoch, 12. November 2008
Telekom-Bespitzelung zieht weitere Kreise
Mittlerweile ist es fast schon Gewohnheit: alle paar Wochen stellt die Telekom fest, dass die Angaben zum bespitzelten
Personenkreis nicht zutreffend waren und entdeckt neue bespitzelte Personenkreise. Wir erinnern uns: ursprünglich waren
angeblich nur ein Journalist und ein Aufsichtsrat betroffen, dann wurden es mehrere Aufsichtsräte und Journalisten und
schließlich kamen auch die Mitarbeiter hinzu.
Diese Woche ist der Telekom-Betriebsrat dran. Warum die Betriebsräte bespitzelt wurden, sagt die Telekom nicht. Eine wirklich triftige Begründung dürfte auch schwer fallen, schließlich wurden die bisher bekannten Aktionen mit an Journalisten übermittelte Interna bzw. den Datenlecks und möglichem Datenverkauf durch Mitarbeiter begründet. Wie da jetzt der Betriebsrat reinpasst, ist nicht klar. Pikant ist aber, dass gerade der Betriebsrat das Organ ist, dass bei einer Überwachung von Mitarbeitern zustimmen müsste.
Offensichtlich informiert gerade die Bonner Staatsanwaltschaft die von der Bespitzelung betroffenen. Nicht auszuschließen, dass sich der Personenkreis nochmals erweitert.
Es bleibt also weiter spannend bei der Telekom. Warten wir ab, was noch passiert...
Diese Woche ist der Telekom-Betriebsrat dran. Warum die Betriebsräte bespitzelt wurden, sagt die Telekom nicht. Eine wirklich triftige Begründung dürfte auch schwer fallen, schließlich wurden die bisher bekannten Aktionen mit an Journalisten übermittelte Interna bzw. den Datenlecks und möglichem Datenverkauf durch Mitarbeiter begründet. Wie da jetzt der Betriebsrat reinpasst, ist nicht klar. Pikant ist aber, dass gerade der Betriebsrat das Organ ist, dass bei einer Überwachung von Mitarbeitern zustimmen müsste.
Offensichtlich informiert gerade die Bonner Staatsanwaltschaft die von der Bespitzelung betroffenen. Nicht auszuschließen, dass sich der Personenkreis nochmals erweitert.
Es bleibt also weiter spannend bei der Telekom. Warten wir ab, was noch passiert...
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Bundestag debattiert über BKA-Gesetz
Nachdem am Montag schon der Innenausschuss des Bundestag dem BKA-Gesetz mit den Stimmen von CDU und SPD zugestimmt hat, folgt
heute der Bundestag. Es ist anzunehmen, dass es bei der Mehrheit der großen Koalition auch hier eine Zustimmung geben
wird. Ab 14.15 Uhr
übrträgt übrigens Phoenix live aus dem Bundestag.
Unterdessen wurde die Kritik am Gesetz nur noch lauter: zu den schon vorhandenen Kritikern gesellten sich in den letzten Tagen auch Reporter ohne Grenzen sowie der deutsche Presserat, der Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe und die deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG).
Am Sonntag fand in Wiesbaden vor dem BKA eine Demonstration gegen das BKA-Gesetz statt und auch das Unabhängige Datenschutzzentrum (ULD) hat das BKA-Gesetz und die Ausweitung der Kompetenzen des BKAs zu einer Super-Sicherheitsbehörde kritisiert.
Auf netzpolitik.org findet sich übrigens auch der Entwurf mit den Änderungen sowie möglichen Fallkonstellationen, wann der Richtervorbehalt nicht notwendig sein soll. Mittlerweile finden sich die Fallkonstellationen auch auf der Webseite des Bundestags, im Beschluss des Innenausschusses.
Da Verfassungsklagen gegen das Gesetz ja schon angekündigt sind, wird das Thema auf jeden Fall noch eine Weile aktuell bleiben...
Unterdessen wurde die Kritik am Gesetz nur noch lauter: zu den schon vorhandenen Kritikern gesellten sich in den letzten Tagen auch Reporter ohne Grenzen sowie der deutsche Presserat, der Präsident der Bundesärztekammer Jörg-Dietrich Hoppe und die deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG).
Am Sonntag fand in Wiesbaden vor dem BKA eine Demonstration gegen das BKA-Gesetz statt und auch das Unabhängige Datenschutzzentrum (ULD) hat das BKA-Gesetz und die Ausweitung der Kompetenzen des BKAs zu einer Super-Sicherheitsbehörde kritisiert.
Auf netzpolitik.org findet sich übrigens auch der Entwurf mit den Änderungen sowie möglichen Fallkonstellationen, wann der Richtervorbehalt nicht notwendig sein soll. Mittlerweile finden sich die Fallkonstellationen auch auf der Webseite des Bundestags, im Beschluss des Innenausschusses.
Da Verfassungsklagen gegen das Gesetz ja schon angekündigt sind, wird das Thema auf jeden Fall noch eine Weile aktuell bleiben...
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Samstag, 8. November 2008
Ganz kurz: Bundesverfassungsgericht schränkt Vorratsdatenspeicherung weiter ein
Nachdem Thüringen und Bayern die Verwendung der Daten der Vorratsdatenspeicherung auch zur Gefahrenabwehr erlaubt
haben, hat das Bundesverfassungsgericht auf Antrag der Kläger die Verwendung der gespeicherten Daten weiter
eingeschränkt. Die Daten dürfen nur bei einer dringenden Gefahr für Leib und Leben oder die Sicherheit des Staates
verwendet werden.
Mehr bei heise.de, beim AK Vorratsdatenspeicherungund golem.de.
Mehr bei heise.de, beim AK Vorratsdatenspeicherungund golem.de.
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Freitag, 7. November 2008
Rezepte gegen den Terror: Schnelles Bundestrojaner-Menü nach deutscher Art
Nun legt die Regierung aber richtig los. Vorgestern wurde die Einigung in Sachen BKA-Gesetz verkündet und laut heise.de schon nächste Woche Mittwoch (!) soll es im Bundestag verabschiedet
werden. Man setzt alles daran, dass das Gesetz Anfang 2009 in Kraft treten kann. Von "Gut Ding will Weile haben"
scheinen die Regierungsparteien hier nichts zu halten. Zugegeben, das BKA-Gesetz hat schon Monate der "Weile" hinter
sich, monatelang wurden sich CDU und SPD nicht einig und warteten dann das Verfassungsgerichtsurteil zu
Onlinedurchsuchungen ab.
Ein derart umstrittenes und brisantes Thema nun auf einmal "durchzupeitschen" kann eigentlich nur den Sinn haben, dass man die Aufmerksamkeit und Diskussion auf ein Minimum begrenzen will.
Warum?
Im Beitrag von netzpolitik.org ist das gut zusammengefasst, ich würde das eigentlich nur wiederholen. Auf golem.de findet sich noch Kritik des Providerverbandes eco sowie der Linken, bei Spiegel Online auch noch Kritik des deutschen Richterbundes.
Wäre das Thema nicht so ernst, wäre es ja fast schon amüsant, dass es eine Regelung für Gefahr im Verzug geben soll, bei der nicht ein Richter, sondern der Präsident des BKAs über eine Online-Durchsuchung entscheidet - obwohl der derzeitige BKA-Präsident Ziercke erst vor ein paar Tagen gesagt hatte, dass jede Online-Durchsuchung auf den Einzelfall genau abgepasst werden müsste.
Malen wir uns das Szenario doch mal aus. Wir schreiben das Jahr 2012, ein sonniger Sonntag im Mai. Die Online-Durchsuchung ist seit 3 Jahren gesetzliche Tatsache. Das Handy des BKA-Präsidenten klingelt.
BKA-Präsident: "Ja?"
Abteilungsleiter: "Ich müsste Sie kurz sprechen. Wie sie wissen beobachten wir jetzt seit 6 Monaten diese mutmaßliche Terroristengruppe in Oberfranken. Abgehört werden sie ja auch, da haben wir ja den Beschluss vom Ermittlungsrichter bekommen. Auf den letzten Bändern fand sich nun der Hinweis, dass die Anschlagspläne auf dem heimischen Computer von Alois F. liegen. Wir brauchen die Online-Durchsuchung, wir wissen ja schon seit 8 Wochen, dass sie in ein paar Tagen zuschlagen wollen."
BKA-Präsident: "Dann ist ja höchste Eile geboten und Gefahr im Verzug. Natürlich, ich unterzeichne das Dokument sofort, sie haben mir den Antrag ja schon vor 14 Tagen zukommen lassen. Das Datum von heute trage ich noch ein. Der Bundestrojaner ist auch einsatzfähig?"
Abteilungsleiter: "Natürlich. Wir haben ja schon vor 3 Monaten ein Backup der Festplatte von Alois F. gemacht und uns sein Betriebssystem angeschaut. Die Lücken sind bekannt und die Videoüberwachung zeigt ja, dass er immer noch Windows 7 benutzt. Seinen spezifischen Trojaner nennen wir hier intern schon immer "Naseweiser Norbert". Wir können loslegen."
BKA-Präsident: "Gut, dann mal fröhliches Wühlen!
Soviel zum Thema Gefahr im Verzug. Verfassungsklagen sind auch schon angekündigt, Gerhart Baum von der FDP und Renate Künast von den Grünen wollen das BKA-Gesetz vor dem Verfassungsgericht zu Fall bringen.
Ein derart umstrittenes und brisantes Thema nun auf einmal "durchzupeitschen" kann eigentlich nur den Sinn haben, dass man die Aufmerksamkeit und Diskussion auf ein Minimum begrenzen will.
Warum?
Im Beitrag von netzpolitik.org ist das gut zusammengefasst, ich würde das eigentlich nur wiederholen. Auf golem.de findet sich noch Kritik des Providerverbandes eco sowie der Linken, bei Spiegel Online auch noch Kritik des deutschen Richterbundes.
Wäre das Thema nicht so ernst, wäre es ja fast schon amüsant, dass es eine Regelung für Gefahr im Verzug geben soll, bei der nicht ein Richter, sondern der Präsident des BKAs über eine Online-Durchsuchung entscheidet - obwohl der derzeitige BKA-Präsident Ziercke erst vor ein paar Tagen gesagt hatte, dass jede Online-Durchsuchung auf den Einzelfall genau abgepasst werden müsste.
Wichtig sei die Eilbefugnis des BKA-Präsidenten. Es könne nicht angehen, dass bei schnellen Einsätzen die ganze juristische Leiter auf- und abgeklettert werden müsste. Gleichzeitig merkte er an, dass jede Online-Durchsuchung ein sorgfältig programmiertes Unikat sein werde, weil jeder Rechner andere Virenscanner, Firewalls oder Spyware-Sucher aufweisen würde, die überlistet werden müssten. (Artikel auf heise.de)
Malen wir uns das Szenario doch mal aus. Wir schreiben das Jahr 2012, ein sonniger Sonntag im Mai. Die Online-Durchsuchung ist seit 3 Jahren gesetzliche Tatsache. Das Handy des BKA-Präsidenten klingelt.
BKA-Präsident: "Ja?"
Abteilungsleiter: "Ich müsste Sie kurz sprechen. Wie sie wissen beobachten wir jetzt seit 6 Monaten diese mutmaßliche Terroristengruppe in Oberfranken. Abgehört werden sie ja auch, da haben wir ja den Beschluss vom Ermittlungsrichter bekommen. Auf den letzten Bändern fand sich nun der Hinweis, dass die Anschlagspläne auf dem heimischen Computer von Alois F. liegen. Wir brauchen die Online-Durchsuchung, wir wissen ja schon seit 8 Wochen, dass sie in ein paar Tagen zuschlagen wollen."
BKA-Präsident: "Dann ist ja höchste Eile geboten und Gefahr im Verzug. Natürlich, ich unterzeichne das Dokument sofort, sie haben mir den Antrag ja schon vor 14 Tagen zukommen lassen. Das Datum von heute trage ich noch ein. Der Bundestrojaner ist auch einsatzfähig?"
Abteilungsleiter: "Natürlich. Wir haben ja schon vor 3 Monaten ein Backup der Festplatte von Alois F. gemacht und uns sein Betriebssystem angeschaut. Die Lücken sind bekannt und die Videoüberwachung zeigt ja, dass er immer noch Windows 7 benutzt. Seinen spezifischen Trojaner nennen wir hier intern schon immer "Naseweiser Norbert". Wir können loslegen."
BKA-Präsident: "Gut, dann mal fröhliches Wühlen!
Soviel zum Thema Gefahr im Verzug. Verfassungsklagen sind auch schon angekündigt, Gerhart Baum von der FDP und Renate Künast von den Grünen wollen das BKA-Gesetz vor dem Verfassungsgericht zu Fall bringen.
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Donnerstag, 6. November 2008
Ganz kurz: T-Mobile Deutschlandchef tritt zurück
Aufgrund des Datenlecks bei T-Mobile, bei dem sämtliche
Kundendaten von T-Mobile über das Internet abrufbar waren, ist der T-Mobile-Chef Philipp Humm von seinem Amt als
Sprecher der Geschäftsführung des Telekom-Konzerns zurückgetreten.
Mehr u.a. bei futureZone, heise.de und Spiegel Online.
Mehr u.a. bei futureZone, heise.de und Spiegel Online.
Montag, 3. November 2008
Ganz kurz: Hoppla, da fehlt mal wieder ein USB-Stick
Mittlerweile ist es fast schon bedauerlicher Alltag: in Großbritannien ist zum wiederholten Mal ein Datenträger
verloren gegangen. Auf einem öffentlichen Parkplatz fand sich ein USB-Stick mit Zugangsdaten und Quellcode einer
Regierungsseite, auf der z.B. Steuererklärungen und Kindergeldanträge eingestellt werden können. Die Seite wurde
vorerst geschlossen.
Mehr bei Spiegel Online und heise.de.
Mehr bei Spiegel Online und heise.de.
Freitag, 31. Oktober 2008
Ganz kurz: Regierung beschließt Schutz vor heimlicher Handy-Ortung
Die Bundesregierung hat beschlossen, dass sie Verbraucher vor heimlicher Handy-Ortung schützen will. Es soll eine
ausdrückliche und schriftliche Zustimmung erforderlich sein, außerdem soll der Betroffene bei der 5. Ortung per SMS
informiert werden. Mehr bei Spiegel Online und heise.de.
Samstag, 25. Oktober 2008
Ganz kurz: Big Brother Awards verliehen
Am 24.10. 2008 wurden in Ravensburg die Big Brother Awards 2008 verliehen. Preisträger dieses Jahr sind unter anderem
der deutsche Bundestag, das Bundeswirtschaftsministerium und Yello Strom. Eine Besonderheit stellte die deutsche Telekom
da - nicht wegen dem zu erwartenden Preis sondern weil der Konzern als einer der wenigen "Gewinner" den Preis abholte.
Mehr gibt es auf der offiziellen Webseite und in diesen beiden Meldungen auf heise.de.
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Kommentare
Do, 04.09.2008 08:06
Das Thema Datenschutz scheint doch nicht so unbeachtet zu se in, wie man manchmal hört. Die Zahl der Anfragen, die [...]
Do, 04.09.2008 08:06