Die Redaktion des ZDF-Magazins WISO hat 56.000 Emails verschickt, in die Empfänger davor gewarnt werden, dass man bei
Recherchen zu einem Beitrag auf Email-Adresse und Passwort gestoßen sei. Die Email gibt die Mailadresse und das
(gekürzte) Passwort an und fordert dazu auf, das Passwort überall dort zu ändern, wo es verwendet worden ist (im
Datenschutz-Blog findet sich ein
Screenshot der Email).
Zur Herkunft der Daten auf
ZDF.de:
Die Daten selbst stammen nach ersten Erkenntnissen aus einer Datenbank, die nichts mit
Finanzdienstleistungen, E-Mail-Accounts oder Online-Shops zu tun hat und bei der sich die Betroffenen in der
Vergangenheit einmal angemeldet haben.
Es sei versucht worden, sich mit diesen Daten bei Online-Bezahlsystemen anzumelden.
Gefunden waren worden die Daten offensichtlich auf einem frei zugänglichen chinesischem Server. Wie sie dorthin
gelangt waren, ist anscheinend noch unklar.
Golem.de konkretisiert die Herkunft der
Daten: Laut Hinweisen würden die Daten von einem Server der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft
PricewaterhouseCoopers stammen. Alle Betroffenen hätten
sich in der Vergangenheit dort registriert. Ein Sprecher des Unternehmens hat dies laut golem.de auch bestätigt. Es
handele sich um Bewerberdaten des Unternehmens.
Bis zur Bestätigung durch die WISO-Redaktion hatten die
Emails für
viel Verwirrung gesorgt.
Allen Betroffenen kann nur geraten werden, die Warnung ernst zu nehmen und das Passwort (und gegebenenfalls vorhandene
Variationen) zu ändern. Wer tatsächlich die gleichen Zugangsdaten für Onlineshops, Finanzdienstleister wie Paypal,
ClickandBuy oder gar Online-Banking benutzt, sollte die Abrechnungen/Kontoauszüge in nächster Zeit genau prüfen.
WISO will in der
Sendung am 8. September 2008 Details bekannt geben.
Anmerk.:
Trotz der guten Absicht von WISO für die 56.000 Betroffenen (neben dem Eigennutz noch Stellungnahmen der
Betroffenen zu erhalten) birgt das Vorgehen für andere Nutzer auch Risiken. Im Normalfall würden Unternehmen über
eine solche Lücke nicht per Email informieren. Bei vielen eher unerfahrenen Fernsehzuschauern wird wohl hängen
bleiben, dass WISO per Email vor Datendiebstahl gewarnt hat - warum sollten dies z.B. andere Fernsehmagazine oder
Unternehmen nicht auch tun?
Spammer könnten versucht sein, ihre Mails ähnlich zu verfassen und z.B. zur Öffnung eines Programmes "zur Löschung
der Daten" zu verleiten. So könnte dann z.B. ein Trojaner installiert werden. Besser wäre wohl gewesen, wenn das
betroffene Unternehmen versucht hätte die Betroffenen vor Ausstrahlung der Sendung postalisch zu informieren - bei
Bewerberdaten hätten die Anschriften ja in vielen Fällen vorgelegen.
Update: Mittlerweile hat PricewaterhouseCoopers (PwC) eine
Pressemeldung herausgegeben, in der auch davon gesprochen wird,
dass das Unternehmen die Betroffenen direkt informiert hat:
PwC hat bereits damit begonnen, alle möglicherweise betroffenen Nutzer direkt über den Vorfall zu
informieren und Hinweise zur eigenen Datensicherheit zu geben.
Die Verantwortung für den Vorfall liege bei einem externen Dienstleister, die eigenen Server seien nicht betroffen.
Kommentare
Do, 04.09.2008 08:06
Das Thema Datenschutz scheint doch nicht so unbeachtet zu se in, wie man manchmal hört. Die Zahl der Anfragen, die [...]
Do, 04.09.2008 08:06